Geführte Wanderungen in Mamer
Geführte Wanderungen in und um Mamer sind möglich zu folgenden Themen:
Tour 1: Das gallo-römische Mamer
Die gallo-römische Siedlung von Mamer-Bartringe/Tossenberg), Besuch der Überreste der Bäderanlage, des gallo-römisches Vicus und der Römerstrasse Reims-Trier.
Tour 2: Mamer: Dorfentwicklung
Frühe Dorfentwicklung seit dem 1. Jh., Mamer im Mittelalter, Herrschaft und Schloss, die Folgebauten der ältesten Vogteien, Pfarrkirche, Kreuze und Kapellen.
Tour 3: Die Mühlen im «Gaaschtgrund»
Wanderung entlang der Mamer zu den 4 Mühlen im «Gaaschtgrund», einem Teil des Mamertals, Mühlengeschichte.
Tour 4: Das Tal der Kehlbach
Wanderung im wild-romantischen Kehlbachtal.
Tour 5: Das Plateau des „Juckelsbusch“ und das Umfeld des gallo-römischen Vicus von Mamer.
Mehrtausendjährige Siedlungsspuren von der Steinzeit bis zu den Kohlemeilern der Neuzeit, prähistorischer Abschnittswall und Tumulus, St. Katharinenhäuschen, ein strategischer Punkt an der Römerstrasse Reims-Trier.
Tour 6: Die Mamer Pfarrkirche.
Die Mamer Pfarrkirche, zum ersten Mal im Jahre 960 erwähnt, besitzt eine bewegte Geschichte sowie ein beachtenswertes Barockmobiliar, das komplette restauriert wurde.
Details zu den verschiedenen Wanderungen finden Sie hier.
Es sind ja bloss alte Steine …
Und wieder hat sich ein größerer Teil der gallo-römischen Siedlung von Mamer-Tossenberg sang- und klanglos verabschiedet. Nicht wie das anderenorts oft der Fall ist, klammheimlich, sonder unter den Augen der Öffentlichkeit fiel wieder ein Teil des vicus dem Bagger zum Opfer – diesmal im Zuge der Anlage von Zufahrtsstraßen zu der im Bau befindlichen Europaschule.
Keinen scheint es gestört zu haben – weder die staatlichen noch die kommunale Stellen. Auch das breite Publikum schaut bloß zu und merkt nicht, dass hier fast 2ooojähriges Kulturerbe “einfach so” verschwindet. Wie sollte es auch? Mangel an Information und Kommunikation? Oder pures Desinteresse? Schlimmer sind doch die Verkehrsbehinderungen, der Staub, der verlängerte Weg zum nationalen Einkaufszentrum.
Von keiner Seite wurden auch nur andeutungsweise Anstrengungen erbracht, wenigstens einen Teil der historischen Bausubstanz in die geplante Infrastruktur zu integrieren. Schon während des Baues des Mamer Lycée sollte dies geschehen (versprach die damalige Kulturministerin); ist es aber nicht.
Das Nationale Museum für Geschichte und Kunst schweigt, das Kulturministerium schweigt, die Gemeinden von Mamer und Bartringen schweigen. Irgendwie scheint es zur Gewohnheit geworden zu sein, dass man die Überreste der römerzeitlichen Ansiedlung auf dem Tossenberg wie gefährlichen Müll entsorgt. “Ni vu ni connu“.
“Es wurden doch Ausgrabungen gemacht.” Ja, einige Euros an Steuergeldern wurden hier für wissenschaftliche Grabungen und Nachforschungen investiert – das Museum ist wieder reicher geworden an Funden, Aufzeichnungen, Plänen. Kann man denn jetzt darauf hoffen, dass die Resultat der Grabungen auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden oder geht das uns wieder einmal nichts an, was hier entdeckt wurde? Dass das Verhältnis zwischen Museum und Mamer Gemeinde nicht das Allerbeste ist, ist ja mittlerweile bekannt. Auch wenn es nicht die große Liebe ist, so wollen wir, das einfache Volk, doch nicht bestraft werden und meinen – nicht nur wegen der Steuergelder – Anspruch darauf zu haben, zu wissen, was die Ausgrabungen erbracht haben. Wie man hört soll es ja Ausgrabungen geben, wo es “Tage der offenen Tür”, Führungen und dergleichen gibt. Z. B. in Gasperich (dieselbe Verwaltung, andere Mitarbeiter). Aber nicht in Mamer! Dazu ist es ja jetzt auch zu spät. Seufzer der Erleichterung seitens des Museums?
Bis auf weiteres können wir uns ja trösten mit den älteren Publikationen und verbleiben, wie gewohnt, auf dem Wissensstand von 1973.

Fundamente eines Hauses des Vicus von Mamer dicht an der Römerstrasse von Reims nach Trier - jetzt zugeschüttet infolge der Bauarbeiten.
Aber was soll die Aufregung, ein Teil (ab jetzt der Rest) des gallo-römischen vicus, mit dem Tempelbezirk, liegt ja noch unter der Erde? Ja, Gottseidank, seit Jahrhunderten unberührt. Und nun wäre es so langsam an der Zeit, für diesen Bereich Maßnahmen zu treffen, ihn in vollem Masse zu schützen damit nicht eines Tages von einer der wenigen gallo-römischen Siedlungen in Luxemburg noch 0% erhalten sind.
Ein erster wichtiger Schritt wäre es, das gesamte Areal unter Denkmalschutz zu stellen (wo das ist und um welche Fläche es sich herbei handelt ist den zuständigen Stellen bekannt). Es wäre doch schön wenn dies in einem Gemeinderats-Wahljahr geschehen könnte.
Grabung am Tossenberg-”Hédeschlass”
Nach über 40 Jahren wird nun wieder an dieser Stelle gegraben.
Nachdem die im Jahre 1968 freigelegten Mauern des “Hédenschlass” durch dichten Bewuchs vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen blieben und fast in Vergessenheit gerieten, wird nun im Zuge der Grabung entlang der Zufahrtswege zur Europaschule das Gebäude komplett vermessen und ausgegraben.Die Grabungen werden von Véronique Biver vom Staatsmuseum geleitet.
Auch ein Teil der Römerstraße Reims-Trier konnte hier erfasst werden, welche in nächster Nähe der Gebäudeüberreste liegt, bevor sie nach NO in Richtung Bartringen abdreht.
Römische Gebäudeüberreste bei Sankt-Katharinenhäuschen entdeckt
Zu der Entdeckung von Mauerüberresten kam es Anfang April 2009 als Joël Adam aus Kehlen, dem schon mehrere Entdeckungen in der Region zu verdanken sind, bei einer Felderbegehung in einem, westlich an die Kompostanlage in Mamer angrenzendem Feld auf Spuren aufmerksam wurde, die auf ein römisches Gebäude schliessen lassen.
Dank der Zuvorkommenheit des Grundstückseigentümers, Herrn Henri Hilgert, wurde mit schwerem Gerät, das sich an Ort und Stelle befand, die obere Bodenschicht abgedeckt. Diese Aktion erlaubte es, Mauerzüge freizulegen, die zweifelsfrei römischen Ursprungs sind. Die in der Schicht aufgelesenen Keramikscherben sowie typisches Material der Dachbedeckung lassen keinen Zweifel daran, dass hier ein Gebäude gestanden hat. Überraschend ist die Lage des Gebäudes nur wenige Metern von der Strasse Reims-Trier entfernt, deren Schotterbelag hier sichtbar ist. Ob es sich hier um ein Einzelgebäude handelt oder um ein eventelles Nebengebäude der weiter südlich auf “Edemer” schon bekannten Siedlungsspuren wird die Grabung zu klären haben.
Nach einer umgehenden Benachrichtung von Jean Krier, Konservators am “Musée National d’Histoire & d’Art“, wurden umgehende Grabungsarbeiten in Aussicht gestellt, welche am 9. April 2009 begannen.
Mehr hierzu sowie Bilder der Grabung auf mambra.lu



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